und berichte aus der Welt des Automobils und der Technologie – mit dem Schwerpunkt und der Passion für klassische Fahrzeuge aller Art
© Alexander Babic
Leider habe ich nie Buch geführt über die Zahl der Autos, die ich gefahren und getestet habe. Es gibt zwar kistenweise Notizbücher und Aktenordner in meinem Archiv, aber daraus geht leider die reine Zahl nicht hervor. Ich schätze, dass es bisher so um die 3000 Fahrzeuge gewesen sein müssen. Die Zahl der Kilometer, die ich mit Autos (und Motorrädern) zurückgelegt habe, dürfte demnach zwischen zwei und drei Millionen liegen. Es waren alle möglichen Fahrzeuge dabei – Kleinwagen, Limousinen, Mittelklasse-Kombis, Transporter, SUVs, echte Geländewagen, Sportwagen, ja, sogar Rennwagen, Prototypen und Vorserienfahrzeuge.
Die ersten Fahrversuche habe ich als 16-Jähriger unternommen – nachts, heimlich auf Landstraßen rund um unser Zuhause in Ostfriesland. Auf einer Giulia von Alfa Romeo. Das ist zum Glück verjährt.
Mit 18 durfte ich zum ersten Mal einen Porsche 911 fahren, den weißen SC von 1981, den man hier auf der Nordschleife sieht. Das war ein einschneidendes Erlebnis, und fortan zählte der Elfer zu meinen Favoriten. Und ich freue mich immer, wenn ich einen begutachten darf.
© Privat
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Nach dem Studium bin ich 1993 nach Stuttgart gezogen, um bei der Motorpresse zu volontieren, dem größten Verlag für Spezialzeitschriften in Europa. Ich begann mein Volonatriat, die praktische Ausbildung zum Redakteur, beim wichtigsten Blatt des Verlags: bei auto motor und sport. Dort habe ich zwei Jahre später als Mitglied des Ressorts Test & Technik als Redakteur angefangen.
1999 wurde ich von dort abgeworben und zog zum stern nach Hamburg, wo ich bis heute lebe. Beim stern habe ich bis zum Sommer 2021 gearbeitet – dann habe ich mich selbstständig gemacht.
Was mich mehr und mehr begeistert, ist, neue alte Fahrzeuge kennenzulernen. Dabei dürfen diese gerne viel älter sein als ich. Vorkriegsautos wie der Bentley 4 1/2 Litre von 1928, bei dem ich kürzlich Beifahrer war, oder der BMW 328 von 1937 aus der historischen Sammlung von BMW in München, den ich zur Silvretta Classic 2017 fuhr.
Je älter ich werde und je mehr Erfahrungen ich sammle, desto weiter richtet sich mein persönliches Interesse in die Vergangenheit. Geschichte hat mich immer fasziniert, Auto-Geschichte umso mehr.
© Wim Woeber
Targa Florio 2016 mit Jochen Maas
Ob Verlage, Unternehmen oder Privatpersonen – sprechen Sie mich an, wenn Sie journalistische Unterstützung mit dem Fokus auf Auto, Mobilität und Technologie benötigen; egal ob wirtschaftliche Perspektive oder Lifestyle-Hintergrund.
Sie führen ein mittelständisches Unternehmen, haben aber keine eigene Presseabteilung? Sie möchten dennoch gerne mit Medien in Kontakt treten, weil Sie Botschaften zu senden haben? Ich berate Sie gerne dabei.
Sie möchten, dass von Ihrer Veranstaltung ein professionelles Video entsteht? Sie möchten einen Imagefilm für Ihr Unternehmen drehen lassen? Sie möchten sich und Ihr Fahrzeug oder Ihre Sammlung in einem Video verewigt sehen? Lassen Sie uns über Ihre Wünsche reden.
Als ich als Redakteur für den stern gearbeitet habe, ist es häufig vorgekommen, dass fertig produzierte Beiträge nicht gedruckt wurden – weil sie über Nacht inaktuell geworden sind, mittelprächtig recherchiert oder schlicht nicht mehr in die Heftmischung passten.
Das ist mir zum Glück selten passiert – aber ausgerechnet einmal bei einem Beitrag, der mir wirklich sehr am Herzen lag.
Ich hatte die Chefredaktion im Juni 2014 informiert, dass im August in Pebble Beach während der Monterey Car Week vom Auktionshaus Bonhams ein Ferrari 250 GTO versteigert werden sollte. Die Familie des verstorbenen Mineralwasser-Unternehmers Fabrizio Violati hatte beschlossen, sich von dessen Ferrari-Sammlung zu trennen. Der GTO, in diesem Fall die Chassisnummer #3851, ist eines der wertvollsten Automobile aller Zeiten. Die Chefredaktion erteilte mir den Auftrag, nach Kalifornien zu reisen und eine Reportage mitzubringen.
Während der Tage, die ich vor Ort war, hatte ich mehrfach Gelegenheit, mit dem Ferrari-Historiker Marcel Massini zu sprechen und dessen Arbeitsweise kennenzulernen. Ich hatte sogar das Privileg, mit dem Oldtimer-Sammler und Pink-Floyd-Schlagzeuger Nick Mason über seine Sammlung und speziell über seinen Ferrari 250 GTO (#3757) zu sprechen.
Während ich in Monterey war, das erfuhr ich natürlich umgehend von Kollegen aus Hamburg, war der Chefredakteur des stern gefeuert worden. Am Samstag setzte ich mich in den Flieger zurück nach Hamburg und schrieb die Geschichte in mein Laptop. Am Sonntagabend lieferte ich sie wie vereinbart dem Ressortleiter ab, der zufrieden war. Am Montagmorgen hatte die neue Chefredaktion mein Stück aus dem Heft geworfen. Ich war am Boden zerstört. Ausgerechnet bei meinem Lieblingsthema, den historischen Fahrzeugen. Und ausgerechnet bei einem Ferrari 250 GTO.
Dennoch haben deutsche Autos den Award häufiger gewonnen als alle anderen. Als ich 2001 in die Jury aufgenommen wurde, war meine erste Wahl die von 2002, als der Peugeot 307 zum Car of the Year gekürt wurde. Ich hatte ihm nur einen Punkt gegeben. Mein Favorit war der Honda Civic gewesen, den ich mit neun von zehn möglichen Punkten bedachte, der allerdings nur auf dem fünften Platz landete. Das nennt sich wohl Demokratie.
2010 wählten mich die Jury-Kollegen zum Generalsekretär und zum Nachfolger des Spaniers Eduardo Azpilicueta. 2018 ging ich aus der Wahl zum Präsidenten als Nachfolger des Schweden Håkan Matson hervor.
Anfang 2023 habe ich den Jury-Vorsitz geräumt, um mich hinter den Kulissen stärker für die Belange der Jury einzusetzen. Mein Nachfolger als Präsident wurde der Däne Søren Rasmussen. Im Februar 2024 wurde ich zum Ehrenpräsidenten der Jury ernannt.
Ich liebe es, zu reisen. Was gibt es Schöneres als die Welt kennenzulernen, andere Länder und unterschiedliche Kulturen?
Die Unterschiede zeigen sich natürlich auch bei der Nutzung von Transportmitteln und der Industrie, die diese herstellt. Als ich das erste Mal in Peking war, sah man auf den Straßen noch massenhaft Fahrräder, und die Luft war grauenhaft schlecht, vor allem durch die Emissionen von Kraftwerken und Heizungen. Heute schickt China sich an, uns mit seinen Autos zu überrollen.
Als ich jetzt kürzlich als Journalist auf der IAA in München und auf der Geneva Motor Show akkreditiert war, konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die chinesischen Hersteller den europaischen Markt demnächst einfach aufschnupfen werden. Sie spielen von den Stückzahlen hierzulande zwar bisher kaum eine ernstzunehmende Rolle. Aber die Präsenz haben sie bereits übernommen – sowohl in Bezug auf die Größe der Messestände als auch in Bezug auf die mediale Bedeutung. Ihr in allen Einzelheiten geplanter Aufstieg scheint unaufhaltbar zu sein. Es sind sehr spannende Zeiten um mitzuerleben, wie sich die automobile Welt weiterentwickelt.
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Mein erster Messebesuch in Peking 2006. Damals war an eine Invasion hiesiger Märkte durch chinesische Autohersteller noch nicht zu denken. Im Hintergrund Staatslimousinen namens Rote Fahne.
2003, 2004 und 2007 konnte ich am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teilnehmen, um aus dem Cockpit zu berichten. Ich bin ein passabler Autofahrer, aber kein Profi. Mein Fahrstil ist eher oldschool – ich fahre auf Ankommen. Heute wird 24 Stunden lang gesprintet. Materialmordend und nicht meine Welt. Vor dem Fernseher sitze ich trotzdem immer.
© Achim Hartmann
© Ingo Barenschee
Der Honda Civic-Type R ist ein fantastisches Basisfahrzeug für den Motorsport, ideal für Späteinsteiger wie mich. 2003 und 2004 war ich mit Honda unterwegs.
Natürlich war ich nach jedem Stint völlig erschöpft, besonders nach denen in der Nacht.
© Ingo Barenschee
Mit Smudo von den Fantastischen Vier habe ich mich zwischendurch austauschen können. Auch er ist kein Profi, sondern eher Amateur und Rennstall-Besitzer. Der gemeinsame Fahrstil lautet: Ankommen und wenig Risiko, damit wir das Rennen möglichst lange genießen können.
© Jürgen Gebhardt
© Jürgen Gebhardt
Für 2007 hatte mich Akio Toyoda gefragt, das 24-Stunden-Rennen mitzufahren. Akio, der am Nürburgring unter dem Pseudonym Morizo teilgenommen hat, ist der Enkel der Gründerfamilie des Toyota-Konzerns. Er war damals Vorstandsmitglied und wurde 2009 Vorstandsvorsitzender von Toyota. 2023 wurde Akio Toyoda von Koji Sato als Vorstandschef abgelöst und wechselte auf den Posten des Chairmans (Aufsichtsratvorsitzender).
Damals musste ich zunächst meine Fahrkünste Naruse-san, dem Master Driver, unter Beweis stellen. Naruse-san hat alle Testfahrer von Toyota ausgebildet, und auch Akio Toyoda ging durch seine Schule. Er setzte mich in einen Supra, bei dem ich mit dem Helm ans Dach stieß und ließ mich meine Runden drehen. Die waren wohl okay, sonst hätte er mich nicht akzeptiert.
Die größte Herausforderung bei diesem Rennen war, das Auto heil über die Runden zu bringen, damit der Einsatz nicht vorzeitig endete.
Und dem Enkel des Firmengründers durfte bloß nichts passieren. Man stelle sich die Schlagzeilen vor! In der Chefetage war man also nicht begeistert von dem Projekt, doch Akio hat sich durchgesetzt. Und er hat sich kontinuierlich gesteigert.
So wir sind ohne große Probleme mit beiden Autos ins Ziel gekommen – mal abgesehen von dem Nebel in der Nacht. 2007 war er so dicht wie selten. Rote Flaggen, Rennabbruch. Neustart am Morgen.
Und dann schließlich das Ziel!
Domo arrigato gozaimaszu!
Unsere Rennautos 2007 waren zwei Toyota Altezza (Startnummern 109 und 110), die bis auf den Zweiliter-Vierzylinder mit Yamaha-Vierventilkopf weitgehend baugleich sind mit dem Lexus IS der ersten Generation (Sechszylinder-Reihenmotor), die wir in Europa kennen. Es war mein erster Renneinsatz eines Autos mit Heckantrieb. An die Lenkung rechts hatte ich mich gewöhnt; ich war allerdings wegen der besonderen Verantwortung so vorsichtig unterwegs, dass der Bridgestone-Mann ständig monierte, die Reifentemperatur meines Autos sei zu niedrig. Meine Priorität war es dagegen, das Auto über die Distanz zu retten und damit die Ankunft des gesamten Teams nicht zu riskieren. Schlussfolgerung: Ich trage kein Messer zwischen den Zähnen; für ernsthaften Motorsport bin ich ganz klar zu besonnen.
© Jürgen Gebhardt
2007 teilten wir uns am Nürburgring eine Box mit Aston Martin. CEO Ulrich Bez (l.), den ich lange kenne, sprach mich an und bat mich, ihm Akio Toyoda vorzustellen. Das tat ich gerne, weil ich das Gefühl hatte, dass die beiden sich gut verstehen würden. Aus dieser Begegnung sind eine Freundschaft und der Aston Martin Cygnet hervorgegangen, ein exklusiver Kleinwagen auf Basis des Toyota iQ.
© Jürgen Gebhardt
Begegnungen bei Ferrari in Maranello – das klingt jetzt klischeehaft – gehören zu den Highlights eines Journalisten. Ist aber so, insbesondere wenn man Zeit bekommt, den Cheftestfahrer Raffaele di Simone (kurz: Raffa) wegen der jüngsten technischen Entwicklungen zu befragen.
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